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Balkon eines Mehrfamilienhauses mit zwei Solarmodulen am Geländer
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Balkonkraftwerk in Frankfurt: Regeln, Ertrag und Förderstand

Ein Balkonkraftwerk können in Frankfurt am Main Mieter wie Eigentümer betreiben. Den Klimabonus der Stadt für diese Geräte gibt es seit 03.06.2025 nicht mehr.

oder per E-Mail: kontakt@photovoltaik-frankfurt-am-main.de

Für Balkonkraftwerke zahlt die Stadt Frankfurt am Main keinen Zuschuss mehr, denn im Klimabonus sind für Mini-PV-Anlagen seit dem 03.06.2025 keine Mittel mehr vorhanden und ein Antrag ist nicht möglich. An den Regeln für das Gerät selbst ändert das nichts. Erlaubt sind bis zu 800 VA Wechselrichterleistung und 2.000 Wp Modulleistung, angemeldet wird nur im Marktstammdatenregister, und Mieter wie Wohnungseigentümer können die Zustimmung des Vermieters oder der Gemeinschaft verlangen.

Im Marktstammdatenregister sind für Frankfurt 4.601 Balkonkraftwerke in Betrieb eingetragen, bei 12.028 Solaranlagen insgesamt (Auszählung vom 12.10.2026). Für viele Haushalte in Mietwohnungen ist das Gerät am Balkon der naheliegende Weg zu eigenem Solarstrom, und wer ein eigenes Dach hat, kann daneben über eine größere Anlage nachdenken.

Gibt es in Frankfurt noch eine Förderung für Balkonkraftwerke?

Von der Stadt nicht mehr, denn der Klimabonus für Mini-PV-Anlagen ist seit dem 03.06.2025 ausgeschöpft und die Stadt nimmt dafür keine Anträge mehr an. So steht es am 12.10.2026 auf der Seite der Stadt Frankfurt zum Klimabonus.

Bis dahin hatte die Stadt Steckersolargeräte laut co2online mit 50 % der Kosten bezuschusst, mit Frankfurt-Pass mit 75 %. Laut einer Meldung von stadt+werk vom 12.06.2025 gingen seit dem Start im November 2023 über 430.000 € an mehr als 1.000 Mini-PV-Anlagen mit zusammen 190 kWp. Bereits bewilligte Zuschüsse zahlt die Stadt nach Prüfung des Verwendungsnachweises aus.

Für neue Solaranlagen auf Dach oder Fassade läuft der Klimabonus weiter, laut Stadt voraussichtlich bis mindestens Ende 2026, mit 20 % der förderfähigen Kosten. Wie Antrag und Zusage dort ablaufen, beschreibt der Ratgeber zur Förderung von Solaranlagen in Frankfurt.

Ort Programm Stand am 12.10.2026
Frankfurt am Main Klimabonus, Mini-PV-Anlagen seit 03.06.2025 keine Mittel, kein Antrag möglich
Bad Homburg Energiesparförderrichtlinie 2026 200 € je kWp, höchstens 50 % der Kosten; Anträge seit 10.08.2026 vorübergehend ausgesetzt, Annahme laut Stadt voraussichtlich wieder ab Oktober 2026
Offenbach am Main Förderprogramme Umwelt und Klima kein Programm für Solaranlagen aufgeführt

Die Angaben stammen von den Seiten der drei Städte, jeweils abgerufen am 12.10.2026. Wer in Bad Homburg wohnt, findet mehr zur dortigen Förderung auf der Seite Photovoltaik in Bad Homburg.

800 VA und 2.000 Wp: was als Balkonkraftwerk gilt

Im Gesetz heißt das Balkonkraftwerk Steckersolargerät, ein Gerät aus Modulen, Wechselrichter, Anschlussleitung und Stecker (§ 3 Nr. 43 EEG). Es darf insgesamt höchstens 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung haben und wird hinter dem Zähler der Wohnung angeschlossen (§ 8 Abs. 5a EEG).

Den Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, nimmt der Netzbetreiber ohne Vergütung ab. Die 60-%-Grenze, die neue Dachanlagen ohne intelligentes Messsystem einhalten müssen, gilt für Steckersolargeräte nicht.

Regel Wert Fundstelle
Modulleistung bis 2.000 Wp § 8 Abs. 5a EEG
Wechselrichterleistung bis 800 VA § 8 Abs. 5a EEG
Stecker Schukostecker bei kleineren Geräten; Einspeisesteckdose ab mehr als 960 W Modulleistung Verbraucherzentrale, Stand 06.03.2026
Produktnorm VDE 0126-95 für Geräte ohne Speicher, seit 01.12.2025 Verbraucherzentrale, Stand 06.03.2026
Meldung beim Netzbetreiber entfällt seit 16.05.2024 Bundesnetzagentur, Solarpaket I
Marktstammdatenregister Pflicht, vereinfachte Registrierung § 8 Abs. 5a EEG, Verbraucherzentrale
eingespeister Strom Abnahme ohne Vergütung § 8 Abs. 5a EEG
Zähler Betrieb am vorhandenen Zähler bis zum Tausch zulässig § 10a Abs. 3 EEG

Für kleinere Geräte genügt nach Auskunft der Verbraucherzentrale ein Schukostecker, erst ab mehr als 960 W Modulleistung wird eine Einspeisesteckdose gefordert. Eine Elektrofachkraft brauchen Sie in der Regel nur, wenn eine solche Steckdose gesetzt werden muss. Seit dem 01.12.2025 gilt für Geräte ohne Speicher die Produktnorm VDE 0126-95, auf die Sie beim Kauf achten können.

Anmelden: nur im Marktstammdatenregister

Ein Balkonkraftwerk tragen Sie innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ein. Beim Netzbetreiber melden Sie nichts an, denn zusätzliche Meldungen darf er seit dem 16.05.2024 nicht mehr verlangen (Solarpaket I).

Die Registrierung ist seit dem 01.04.2024 vereinfacht und fragt nur fünf technische Angaben ab (Verbraucherzentrale, Stand 06.03.2026). Den Eintrag nehmen Sie selbst im Marktstammdatenregister vor, und dafür genügt das Datenblatt des Geräts.

In Frankfurt schreibt die NRM auf ihrer Seite zu Steckersolargeräten, dass nur der Eintrag im Register nötig ist und sie danach prüft, ob der Zähler getauscht werden muss. Bis dahin darf das Gerät am vorhandenen Zähler laufen, und dessen Messwerte gelten bis zum Tausch als richtig (§ 10a Abs. 3 EEG). Im Frankfurter Westen, wo oft die Syna Netzbetreiber ist, gilt dieselbe gesetzliche Regel.

Für eine Anlage auf dem Dach ist der Weg länger, mit Antrag beim Netzbetreiber, Zählersetzung und Fertigmeldung. Ihn beschreibt der Ratgeber Solaranlage anmelden Schritt für Schritt.

Schreibtisch mit Aktenordner, Taschenrechner ohne Anzeige und Kugelschreiber

Mieter und Wohnungseigentümer: Ihr Recht auf ein Steckersolargerät

Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk in Frankfurt erzeugt

Ein Gerät mit 800 Wp erzeugt in Frankfurt ohne Schatten rund 610 kWh im Jahr, wenn die Module senkrecht an einer Südbrüstung hängen. Schräg mit 30° nach Süden aufgestellt sind es rund 860 kWh, senkrecht nach Westen rund 420 kWh.

Aufstellung eines 800-Wp-Geräts Ertrag im Jahr Ertrag je kWp
30° geneigt nach Süden rund 860 kWh 1.074 kWh
senkrecht an der Südbrüstung rund 610 kWh 761 kWh
senkrecht nach Westen rund 420 kWh 529 kWh

Wir haben die Werte mit PVGIS, dem Ertragsrechner der EU-Kommission, für Frankfurt gerechnet, ohne Verschattung und mit 14 % Verlusten (abgerufen am 12.10.2026).

Schatten durch Brüstung, Nachbarhaus oder Baum senkt den Ertrag deutlich. Teilverschattete Flächen kosten wegen der Reihenschaltung der Zellen mehr Ertrag, als ihr Anteil an der Fläche vermuten lässt (Fraunhofer ISE). Die Verbraucherzentrale rechnet bundesweit für ein Standardmodul mit 400 Wp bei Südausrichtung, 30° Neigung und ohne Schatten mit rund 400 kWh im Jahr.

Geld spart der Teil, den Sie im selben Moment verbrauchen, etwa für Kühlschrank, Router und Geräte im Standby. Jede so genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom, in der Frankfurter Grundversorgung laut Preisblatt der Mainova zu 38,78 ct (Tarif „Strom Classic“, abgerufen am 12.10.2026). Was Sie im selben Moment nicht brauchen, fließt ohne Vergütung ins Netz, und ein Set mit Speicher kann einen Teil davon in den Abend verschieben.

Was ein Balkonkraftwerk kostet

Ein 800-W-Set mit zwei Modulen kostete im Test der Stiftung Warentest zwischen 330 und 580 € (Stand 22.05.2025). Ein Gerät mit einem Standardmodul liegt laut Verbraucherzentrale meist zwischen 300 und 500 €, je nach Befestigung.

Gerät Preis Quelle und Stand
ein Standardmodul mit Wechselrichter 300–500 € Verbraucherzentrale, 06.03.2026
800-W-Set mit zwei Modulen, etwa 4 m² 330–580 € Stiftung Warentest, 22.05.2025
800-W-Komplettpaket 350–400 €, Halterung ab etwa 70 € co2online, 01.06.2026
Set mit Speicher ab etwa 650 € co2online, 01.06.2026

Für Steckersolargeräte gilt 0 % Umsatzsteuer, die Preise in der Tabelle sind deshalb Endpreise.

Beim Kauf lohnt der Blick auf die Halterung. Im Warentest schnitten nur 2 von 8 Sets mit „gut“ ab, und bei 5 Sets hielt die Halterung einem Sturm nicht stand. An einer Brüstung in den oberen Stockwerken wirkt mehr Wind als im Erdgeschoss, und dort sollten Sie besonders auf eine Halterung achten, die zum Geländer passt.

Was kostet es bei Ihnen?

Die Zahlen oben sind Richtwerte. Was es bei Ihnen kostet, sagen wir Ihnen nach einem kurzen Gespräch.

Balkonkraftwerk oder Anlage auf dem Dach?

Das Balkonkraftwerk passt, wenn Sie zur Miete wohnen oder kein eigenes Dach haben und mit wenig Aufwand anfangen wollen. Eine Dachanlage passt, wenn Ihnen das Dach gehört und im Haus mehr Strom gebraucht wird, etwa für eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto.

In Frankfurt liegen 87,6 % der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (Stadt Frankfurt, Statistik, Datenstand 2020), für die meisten Haushalte ist der Balkon also die erste Fläche, die infrage kommt. Auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses kann trotzdem eine Anlage für alle Parteien entstehen, über die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung nach § 42b EnWG oder über Mieterstrom. Wie das in Frankfurt praktisch geht, steht auf der Seite Photovoltaik für Mehrfamilienhäuser.

Balkonkraftwerk Dachanlage
Größe bis 2.000 Wp Module, 800 VA Wechselrichter nach Dachfläche und Verbrauch
Ertrag in Frankfurt 529 bis 1.074 kWh je kWp, je nach Aufstellung rund 1.080 kWh je kWp auf einem Süddach mit 35°
Anmeldung nur Marktstammdatenregister Netzbetreiber, Zählersetzung, Marktstammdatenregister
eingespeister Strom ohne Vergütung 7,70 ct/kWh bis 10 kWp bei Teileinspeisung, Inbetriebnahme bis 31.12.2026
Zuschuss der Stadt keiner mehr Klimabonus mit 20 % der förderfähigen Kosten
Montage in der Regel ohne Elektrofachkraft durch einen Fachbetrieb

Die Werte stammen aus PVGIS, von der Bundesnetzagentur und von der Stadt Frankfurt, jeweils mit Stand 12.10.2026.

Beides schließt sich nicht aus. Bei der Zusammenfassung mehrerer Anlagen bleibt ein Steckersolargerät unberücksichtigt (§ 24 EEG), das Gerät am Balkon kann also bleiben, wenn später eine Anlage aufs Dach kommt. Wie groß sie für Ihren Verbrauch sein sollte, zeigt der Ratgeber PV-Anlage berechnen.

Vom Balkon aufs eigene Dach

Ein Set für den Balkon bekommen Sie im Handel, und anmelden und aufhängen können Sie es selbst. Wir planen und bauen Solaranlagen auf Dächern in Frankfurt, mit oder ohne Speicher, und rechnen den Ertrag mit den PVGIS-Werten für Ihre Ausrichtung. Wenn Sie wissen möchten, was Ihr Dach erzeugen würde, schreiben Sie an kontakt@photovoltaik-frankfurt-am-main.de, die Erstberatung ist kostenlos. Ein Foto vom Dach und die letzte Jahresabrechnung genügen für den Anfang, und auch über das Formular können Sie uns beides schicken.

Häufige Fragen

Gibt es in Frankfurt noch Geld von der Stadt für ein Balkonkraftwerk?

Nein. Für Mini-PV-Anlagen im Klimabonus hat die Stadt seit dem 03.06.2025 keine Mittel mehr, und Anträge sind nicht möglich. Für neue Solaranlagen auf Dächern und Fassaden läuft der Klimabonus dagegen weiter.

Muss ich mein Balkonkraftwerk bei der NRM anmelden?

Nein, eine Meldung beim Netzbetreiber ist seit dem Solarpaket I vom Mai 2024 nicht mehr nötig und darf auch nicht verlangt werden. Pflicht ist nur der Eintrag im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme. Danach prüft die NRM nach eigener Auskunft, ob der Zähler getauscht werden muss.

Wie viel Watt darf mein Balkonkraftwerk haben?

Der Wechselrichter darf höchstens 800 VA leisten, die Module zusammen höchstens 2.000 Wp (§ 8 Abs. 5a EEG). Mehr Modulleistung als Wechselrichterleistung ist also erlaubt, der Wechselrichter begrenzt dann, was ins Hausnetz fließt. Ab mehr als 960 W Modulleistung ist laut Verbraucherzentrale eine Einspeisesteckdose statt des Schukosteckers gefordert.

Darf mein Vermieter das Balkonkraftwerk verbieten?

Nur, wenn es ihm nicht zuzumuten ist. Nach § 554 Abs. 1 BGB können Mieter verlangen, dass der Vermieter bauliche Veränderungen für ein Steckersolargerät erlaubt. Fragen Sie trotzdem vor der Montage schriftlich an und beschreiben Sie Gerät, Halterung und Kabelweg.

Was gilt in einer Eigentümergemeinschaft?

Jeder Wohnungseigentümer kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die der Stromerzeugung durch Steckersolargeräte dienen (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 WEG). Beschlossen wird darüber in der Gemeinschaft, deshalb gehört Ihr Antrag rechtzeitig auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung.

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk in Frankfurt?

An einer Südbrüstung bringt ein senkrecht hängendes 800-Wp-Gerät in Frankfurt ohne Schatten rund 610 kWh im Jahr. Mit 30° Neigung nach Süden sind es rund 860 kWh, senkrecht nach Westen rund 420 kWh. So ergibt es die Rechnung mit PVGIS, dem Ertragsrechner der EU-Kommission.

Brauche ich einen Elektriker für das Balkonkraftwerk?

In der Regel nicht, denn ein Steckersolargerät wird an eine vorhandene Steckdose angeschlossen. Eine Elektrofachkraft brauchen Sie nach Auskunft der Verbraucherzentrale nur, wenn eine Steckdose montiert werden soll, etwa eine Einspeisesteckdose für mehr als 960 W Modulleistung.

Was kostet ein gutes Balkonkraftwerk?

Im Test der Stiftung Warentest kosteten 800-W-Sets mit zwei Modulen 330 bis 580 €, und nur 2 von 8 Sets schnitten mit „gut“ ab (Stand 22.05.2025). Bei 5 Sets hielt die Halterung einem Sturm nicht stand, deshalb sollten Sie beim Kauf vor allem auf die Befestigung achten.

Bekomme ich Geld für den Strom, den ich ins Netz einspeise?

Nein, den Strom aus einem Steckersolargerät nimmt der Netzbetreiber ohne Vergütung ab (§ 8 Abs. 5a EEG). Geld sparen Sie nur mit dem Strom, den Sie im selben Moment im Haushalt verbrauchen, weil er Netzstrom ersetzt.

Kann ich das Balkonkraftwerk behalten, wenn ich später eine Anlage auf dem Dach baue?

Ja. Werden mehrere Anlagen für die Vergütung zusammengefasst, bleibt ein Steckersolargerät nach § 24 EEG unberücksichtigt, die Dachanlage wird also ohne das Balkongerät eingestuft. Beide Geräte stehen dann getrennt im Marktstammdatenregister.

Beratung am Küchentisch, auf dem Tisch ein Dachplan und ein Solarmodul als Muster
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