Beim Überschussladen misst ein Energiemanagement, wie viel Solarstrom gerade nicht im Haus gebraucht wird, und gibt diese Leistung an die Wallbox weiter. Dafür braucht es entweder ein eigenes Energiemanagementsystem oder eine Wallbox mit eingebauter Überschussregelung (Verbraucherzentrale NRW).
Mindestleistung und Phasenumschaltung
Ein E-Auto lädt nicht mit beliebig wenig Strom. Dreiphasig sind mindestens 3 × 6 A nötig, das sind rund 4,1 kW, einphasig reichen etwa 1,4 kW (ADAC, einphasig eigene Rechnung mit 6 A und 230 V). Damit das Auto auch bei wenig Sonne lädt, schaltet eine Wallbox mit Phasenumschaltung unterhalb von 4,1 kW auf eine Phase um.
Ob Ihr Auto ein- oder dreiphasig lädt, steht in seinem Datenblatt. Davon hängt ab, ab welchem Überschuss das Solarladen beginnt, und deshalb fragen wir schon im ersten Gespräch nach dem Modell.
Ladeverluste beim Solarladen
Mit wenig Leistung zu laden kostet etwas mehr Strom. Beim PV-Laden mit Minimalstrom hat der ADAC 8,0 bis 12,8 % Ladeverlust gemessen und nennt das „praktisch unvermeidlich“. Weil der Strom dabei vom eigenen Dach kommt, zählt jede verlorene Kilowattstunde nur mit dem Wert, den sie als Einspeisung gebracht hätte.
11 oder 22 kW
Eine Wallbox mit 11 kW wird dem Netzbetreiber nur mitgeteilt, eine mit 22 kW braucht seine vorherige Zustimmung, denn die Grenze liegt bei 12 kVA (§ 19 Abs. 2 NAV). Der Netzbetreiber muss sich dazu binnen zwei Monaten äußern. Die Ladeverluste liegen bei 22 kW laut ADAC mit 6,7 bis 7,0 % ähnlich wie bei 11 kW.
Speicher, Wallbox und Wärmepumpe zusammen
Hat das Haus einen Batteriespeicher oder eine Wärmepumpe, legt das Energiemanagement fest, welches Gerät zuerst Strom bekommt. Die Reihenfolge stellen wir mit Ihnen ein, zum Beispiel so, dass mittags zuerst der Speicher lädt und erst der weitere Überschuss ins Auto geht. Für Tage, an denen das Auto schnell voll sein muss, lässt sich jederzeit auf normales Laden umschalten.